Von Thamar Voss – 25 müde Augenpaare, teilnahmslose Gesichter, Langeweile im Klassenzimmer, während eine Tür weiter die Kinder begeistert an den Lippen ihres Lehrers hängen. Warum gelingt es der einen Lehrkraft  besser, ihre Schülerinnen und Schüler fürs Denken und Lernen  zu begeistern als der anderen? In der öffentlichen Diskussion wird oft die „Lehrerpersönlichkeit“ beschworen.  Auch die Wissenschaft geht beim sogenannten Persönlichkeitsansatz davon aus, dass die Persönlichkeit, die eine Lehrkraft mit in den Beruf bringt, entscheidend ist.

Die aktuelle Forschung zeigt jedoch: Es ist vielmehr die berufsspezifische und erlernbare professionelle Kompetenz, die eine erfolgreiche Lehrkraft ausmacht. So ist zum Beispiel von Bedeutung, ob eine Lehrkraft weiß, wie man Fachinhalte für Schülerinnen und  Schüler entsprechend ihres Alters zugänglich macht: Klassen, die von Lehrkräften mit höherem fachdidaktischen Wissen unterrichtet werden, erleben den Unterricht herausfordernder und lernen mehr. Gleichzeitig ist der Unterricht in Klassen, in denen die Lehrkräfte ein hohes pädagogisches Wissen haben, störungsärmer und schülerorientierter.

Dieses fachdidaktische und pädagogische Wissen, das zeigt die Forschung, ist jedoch nicht alles: Die professionelle Kompetenz von Lehrkräften ist nämlich ein komplexes Bündel, das neben dem genannten Wissen auch professionelle Überzeugungen, die Motivation und das Engagement einer Lehrkraft umfasst. Gleichzeitig muss sie in der Lage sein, sich von beruflichen Belangen physisch und mental distanzieren zu können, sich also ausreichend zu erholen – sei es durch eine Stunde im Liegestuhl oder auf dem Fahrrad.

Auch für diese Aspekte konnte nachgewiesen werden, dass sie zum einen den Kompetenzerwerb sowie die motivational-emotionale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler beeinflussen. Zum anderen wirken sie sich aber auch auf die emotionale Erschöpfung der Lehrkräfte aus und wie sehr sie sich beansprucht fühlen synthroid generic.

 

Prof. Dr. Thamar Voss ist Juniorprofessorin für Empirische Bildungsforschung. Ihre Forschungsinteressen richten sich insbesondere auf die professionelle Kompetenz und dem erfolgreichen Berufseinstieg von Lehrkräften. Daneben forscht sie im Bereich der Unterrichtsqualität.

 

Zum Nachlesen:

Kunter, M., & Trautwein, U. (2013). Psychologie des Unterrichts. Reihe: StandardWissen Lehramt. Stuttgart: UTB.

Voss, T., Kunter, M., Seiz, J., Hoehne, V., & Baumert, J. (2014). Die Bedeutung des pädagogisch-psychologischen Wissens von angehenden Lehrkräften für die Unterrichtsqualität. Zeitschrift für Pädagogik, 60(2), 184–201.

 

 

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