Hintergrund

Leistungsmotivation und Interesse für bestimmte Schulfächer stellen wichtige Einflussgrößen für die Schulleistung von Schülerinnen und Schülern (SuS) dar. Um diese Konstrukte adäquat zu erfassen, bedarf es passender Messinstrumente, die in Erhebungen im Schulkontext eingesetzt werden können.

 

Was wir untersuchen

Die Studie hat das Ziel, einen Fragebogen zu erproben. Sie baut auf Vorgängerstudien auf, in denen der Fragebogen bereits erfolgreich eingesetzt wurde. Es sollen die motivationalen Einstellungen von Gymnasiasten der Klassenstufen 8 bis 11 in den Fächern Mathematik und Englisch erfragt werden. Der Fragebogen wird zeitgleich in Deutschland sowie in China, Japan und Korea verwendet, um so einen Vergleich über verschiedene Kulturen hinweg zu ermöglichen. Zur Fragebogenerprobung soll neben einer detaillierten Erfassung der Erfolgserwartung (Kann ich es?), Wertüberzeugung (Was bringt es mir?) und Kosteneinschätzung (Was kostet es mich?) in Mathematik und Englisch auch nach dem Lernverhalten der SuS sowie ihren intendierten Entscheidungen zu einem Zeitpunkt gefragt werden.

 

Vorgehensweise:

Insgesamt nehmen voraussichtlich ca. 600 Gymnasiasten der Klassenstufen 8, 9, 10 und 11 an der Erhebung teil. Alle SuS beantworten den gleichen Fragebogen. Er enthält Fragen zu ihrer Erfolgserwartung, Wertzuschreibung und Kosteneinschätzung in Mathematik und Englisch sowie zu ihrer Anstrengungsbereitschaft, ihrer Selbstregulation und ihrem Kurswahlverhalten. Außerdem werden die Vorjahresnoten in Mathematik und Englisch über die Lehrkräfte pseudonymisiert erfragt. Die Datenerhebung findet im Klassenkontext innerhalb einer Schulstunde (45 Min.) statt. Anwesend während der Schulstunde sind eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Universität Tübingen und eine Lehrkraft. Die Mitarbeiter der Universität Tübingen stehen jederzeit für Fragen zur Verfügung und achten darauf, dass die Lehrkraft keinen Einblick in die Antworten der SuS erhält.

 

Die Erhebung der Daten findet im Herbst 2016 statt.

 

Kontakt: hanna.gaspard@uni-tuebingen.de

 

Die Studie „Motivation von Schülerinnen und Schülern in Mathematik und Englisch“ wird durch das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen von Hanna Gaspard, Heide Kneißler, Benjamin Nagengast und Ulrich Trautwein durchgeführt. Sie ist Teil eines größeren Forschungsprojekts, das neben der Erhebung in Deutschland Datenerhebungen in China, Japan und Korea beinhaltet. Dabei arbeiten wir mit Yi Jiang, derzeit Gastforscher an der Universität Tübingen, und Mimi Bong von der Korea University zusammen.

 

Zum Nach- und Weiterlesen

  • Eccles, J., Adler, T. F., Futterman, R., Goff, S. B., Kaczala, C. M., Meece, J. I. & Midgley, C. (1983). Expectancies, values, and academic behaviors. In J. T. Spence (Eds.), Achievement and achievement motives: Psychological and sociological approaches. San Francisco, CA: W. H. Freeman.
  • Gaspard, H., Dicke, A.-L., Flunger, B., Schreier, B., Häfner, I., Trautwein, U., & Nagengast, B. (2015). More value through greater differentiation: Gender differences in value beliefs about math. Journal of Educational Psychology, 107, 663–677.
  • Gaspard, H., Häfner, I., Trautwein, U., & Nagengast, B. (in Druck). Assessing task values in five subjects during secondary school: Measurement structure and mean level differences across age, gender, and academic subject. Contemporary Educational Psychology.
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