Online-Fortbildung: Digitale Medien im Unterricht lernförderlich einsetzen

Worum ging es in der Fortbildung?

Wie lassen sich digitale Medien im Unterricht sinnvoll einsetzen? Wann bietet sich die Nutzung welcher digitalen Tools an? Um Lehrkräfte bei derartigen Fragen zu unterstützen, haben Forschungsinstitute aus Tübingen die Online-Fortbildung „Digitale Medien im Unterricht lernförderlich einsetzen“ zwischen Mai und Juli 2021 angeboten. Die durch Mittel der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder geförderte Online-Fortbildung richtete sich an Gymnasiallehrkräfte aller Fächer aus Baden-Württemberg, die daran interessiert waren, ihren Einsatz digitaler Medien im Unterricht gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen zu professionalisieren. Insgesamt nahmen über 230 Lehrpersonen an der Fortbildung teil, die im Rahmen des Projekts „OPD-TPK Online Professional Development to Promote Teachers Technological-Pedagogical Knowledge“ stattfand.

Ziele der Online-Fortbildung waren unter anderem, unterschiedliche digitale Tools kennenzulernen und diese lernwirksam im Unterricht einsetzen zu können. Außerdem sollte die Fortbildung die Lehrkräfte dazu befähigen, digitalisierte Unterrichtsstunden basierend auf aktuellen lehr-lern-theoretischen Erkenntnissen zu planen und diese auch erfolgreich durchzuführen. Dabei wurden sowohl Informationen zu beispielsweise Qualitätsaspekten eines digitalisierten Unterrichtes vermittelt als auch zur Anwendung von bereits Erlerntem anregt. Auch der kollegiale Austausch unter den Teilnehmenden zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht war ein zentraler Baustein der Online-Fortbildung. Lesen Sie jetzt die Folien der Abschlussveranstaltung.

Erste Ergebnisse der wissenschaftliche Begleitung

Durch die wissenschaftliche Begleitung der Fortbildung anhand von Befragungen der Teilnehmenden zu drei Messzeitpunkten (vor der Online-Fortbildung, direkt im Anschluss und zwei Monate nach der Online-Fortbildung) ist es möglich, unterschiedliche wissenschaftliche Produkte zu erarbeiten. So wurden in diesem Projekt zwei Masterarbeiten erfolgreich abgeschlossen und ein Test zur Erfassung technologischen Wissens von Lehrkräften entwickelt. Zudem werden aktuell mehrere Studien zu unterschiedlichen inhaltlichen Fragestellungen bearbeitet (z.B. Wie gut können sich Lehrkräfte bezüglich ihres technologischen und technologisch-pädagogischen Wissens einschätzen? Wie kann technologisch-pädagogisches Wissen in [Online-]Fortbildungen gefördert werden?). Hier auf LEAD.schule möchten wir Sie über aktuelle Ergebnisse informieren.

  • Zentrale Forschungsfrage: Wie können die technologischen Bedienfertigkeiten von Lehrkräften ökonomisch, valide und praxisnah erfasst werden?
  • Zentrale Ergebnisse:
    • Entwicklung des Diagnostikverfahrens T-KOT, welches das technologische Wissen von Lehrkräften betriebssystemübergreifend und unabhängig von spezifischen Softwareanwendungen erfasst.
    • Erste Analysen zeigen, dass das im Diagnostikverfahren erfasste technologische Wissen, mit weiteren für den digitalen Unterricht bedeutsamen Kompetenzen zusammenhängt. Das grundlegende Wissen darüber, wie unterrichtsrelevante digitale Medien zu bedienen sind, scheint somit eine bedeutende Teilkompetenz für den zielgerichteten Einsatz digitaler Medien im Unterricht zu sein.
    • Weiterer Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der Erfassung von fachspezifischem Wissen über technologische Bedienfertigkeiten (z.B. Bedienung eines Simulationsprogramms im Fach Mathematik).
  • Zentrale Forschungsfrage: Wie können sich Lehrkräfte bezüglich ihres technologischen und technologisch-pädagogischen Wissens selbst einschätzen und inwiefern unterscheiden sie sich dabei in ihrer Selbstbeurteilungsfähigkeit?
  • Zentrale Ergebnisse:
    • Erste korrelative Ergebnisse zeigten, dass die Selbsteinschätzungen und die Leistung in den Wissenstests gering, jedoch signifikant zusammenhängen. Das spricht dafür, dass sich die Lehrpersonen in ihrem technologischen und technologisch-pädagogischen Wissen moderat selbst einschätzen können.
    • Die Untersuchung, ob sich die Lehrpersonen in ihrer Selbstbeurteilungsfähigkeit unterscheiden zeigte, dass sich die Lehrpersonen vor allem in ihrem allgemeinen Leistungsniveau unterschieden, weniger in ihrer Selbstbeurteilungsfähigkeit.
    • Die Lehrpersonen, die das geringste Leistungsniveau im technologischen und technologisch-pädagogischen Wissen hatten, zeigten jedoch die Tendenz ihre Fähigkeiten zu unterschätzen.
Lernziele
          • Sie kennen unterschiedliche digitale Tools.
          • Sie sind in der Lage, digitalisierte Unterrichtsstunden basierend auf aktuellen lehr-lern-theoretischen Erkenntnissen zu planen.
          • Sie sind in der Lage, digitalisierte Unterrichtsstunden erfolgreich durchzuführen.
          • Sie sind in der Lage, digitale Tools in Ihrem Unterricht lernwirksam einzusetzen.

Dr. Tim Fütterer

Dr. Tim Fütterer studierte Mathematik und Wirtschaft/Politik auf Lehramt, promovierte zur Portfolioarbeit von Lehrerinnen und Lehrern im Vorbereitungsdienst. Seit 2018 ist Tim Fütterer wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen. Seine Forschungsinteressen liegen in der Verknüpfung von (Online)Lehrerfortbildungen, Digitalisierung, Unterrichtsqualität und reflexiven Prozessen von Lehrerinnen und Lehrern.

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Jun. Prof. Dr. Nicolas Hübner

Nicolas Hübner ist Juniorprofessor am Institut für Erziehungswissenschaft. Zentrale Inhalte seiner aktuellen Forschung sind die Untersuchung der Implementation und Effekte von Bildungsreformen und weiteren Programmen und Interventionen im Bildungswesen, die Wirkung neuer Curricula, die effektive Gestaltung von Professionalisierungsprozessen für Lehrkräfte sowie die Untersuchung der (differenziellen) Entwicklung von Kompetenzen und der Motivation von Schülerinnen und Schülern, insbesondere in MINT-Fächern.

Prof. Dr. Andreas Lachner

Prof. Dr. Andreas Lachner ist Juniorprofessor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Lehren und Lernen mit digitalen Medien an der Universität Tübingen. Seine Forschungsschwerpunkte beziehen sich auf motivationale Lernprozesse bei der Nutzung digitaler Medien, die Integration digitaler Medien in fachspezifischen Unterrichtsszenarien, das Lehren und Lernen mit digitalen Medien sowie das Beschreiben zugrundeliegender professioneller Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrer.

Prof. Dr. Katharina Scheiter

Prof. Dr. Katharina Scheiter ist Leiterin der Arbeitsgruppe Multiple Repräsentationen am Leibniz-Institut für Wissensmedien und Professorin für Empirische Lehr-Lernforschung an der Universität Tübingen. Katharina Scheiter untersucht kognitionspsychologische Grundlagen des Lernens aus multiplen Repräsentationen sowie Maßnahmen zur Unterstützung entsprechender Lernprozesse. Ergebnisse dieser Forschung fließen unter anderem in die Gestaltung digitaler Schulbücher und tabletbasierter Anwendungen für den Bildungskontext ein.

Foto: © IWM Tübingen / Paavo Ruch

Prof. Dr. Kathleen Stürmer

Prof. Dr. Kathleen Stürmer ist Inhaberin des Lehrstuhls für Lehr- und Lernarrangements in den Fachdidaktiken. Die Professur ist sowohl am Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung als auch an der Tübingen School of Education (TüSE) angesiedelt. Kathleen Stürmer interessiert sich besonders für die Unterrichtseffektivitätsforschung und die Lehrerforschung, wobei ein Schwerpunkt ist, effektive Lehr- und Lernarrangements im Unterricht beim Einsatz digitaler Medien zu identifizieren.

Institut für Erziehungs-
wissenschaft (IfE)

Kontakt

Dr. Tim Fütterer
Universität Tübingen
Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung
Europastraße 6
72072 Tübingen
onlinefortbildung@hib.uni-tuebingen.de

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